Austausch der ländlichen Leute nach Bricquebec

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Mit zwei Jahren Verspätung konnte Ende August endlich der Besuch der ländlichen Leute bei unseren Freunden in Bricquebec stattfinden. Wie schon bei unserer letzten Fahrt 2016 wurde auch dieses Mal beschlossen, die Reise in Privatfahrzeugen durchzuführen. Und so traf sich die Gruppe am 27.08. um 5 Uhr morgens, um die Fahrt gen Normandie zu starten. Auch wenn die frühe Abfahrtszeit für die meisten Teilnehmer eher ungewohnt war, freuten wir uns doch sehr auf den Start. Nach einer problemlosen Reise erreichten wir unser Ziel am frühen Abend, wo wir von unseren Gastgebern und einigen Mitgliedern des Comité de Jumelage mit einem gemeinsamen Aperitif empfangen wurden. Danach fuhren wir zu unseren Gastfamilien; gespannt darauf, was wir die kommenden Tage erleben würden.

Wie bei jedem Austausch wurde von französischer Seite ein abwechslungsreiches Programm organisiert, welches mit einem gemeinsamen Besuch in der Keksfabrik in Sortosville am Sonntagnachmittag startete. Anschließend ging es weiter nach Carteret, von wo wir mit einem restaurierten Zug auf einer stillgelegten Bahnstrecke nach Portbail und wieder zurück nach Carteret fuhren. Besonders erfreulich für uns war dabei, dass unsere Gastgeber an diesem und auch an anderen Ausflügen teilnahmen und wir so mehr Zeit zusammen verbringen konnten. Nach der Zugfahrt ging es zurück nach Bricquebec, um alles für den deutschen Abend vorzubereiten, wo wir unseren Gastgebern in guter Tradition Spezialitäten aus unserer Region servierten.

Am nächsten Morgen wurde zunächst der Wochenmarkt in Bricquebec besucht und nach einer kleinen Stärkung im Café de Paris eine Werkstatt für den Bau großer landwirtschaftlicher Anhänger und eine landwirtschaftliche Maschinengemeinschaft besichtigt. Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch des Soldatenfriedhofs in Orglandes, wo uns angesichts der unzähligen Gräber der Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges verdeutlicht wurde.

Am Dienstag hieß es wieder früh aufstehen, da wir uns am Morgen am Klostergut in Bricquebec trafen, um bei der Fütterung der Tiere durch einen selbstfahrenden Futtermischwagen zuzusehen, der täglich 6 Betriebe bedient. Im Anschluss an die Fütterung bestand zudem die Möglichkeit, mit dem Pächter des Guts über seine Arbeit und die aktuellen Probleme der Landwirtschaft in der Normandie zu sprechen. Nach einer Führung durch eine Käsefabrik und einem großen Einkauf im dortigen Fabrikverkauf verbrachten wir den Nachmittag in Coutances, um die dortige Kathedrale und die Stadt zu erkunden.

Das am weitesten entfernte Ziel unseres Programms fuhren wir am Mittwoch an: die mittelalterliche Stadt Villedieu-les-Poêles, welche in ganz Frankreich für die dort hergestellten Glocken und Kupfererzeugnisse bekannt ist. Passenderweise besuchten wir dort dann auch die einzige noch arbeitende Glockengießerei Frankreichs und ein kleines Atelier, welches in Handarbeit Küchengeräte und andere Gegenstände aus Kupfer herstellt. Auch hier hatten wir zudem die Möglichkeit, auf eigene Faust das Stadtzentrum zu erkunden und nutzten diese Gelegenheit auch aus.

Nach der langen Fahrt am Mittwoch steuerten wir am Donnerstag mit der Île Tatihou ein näher gelegenes Ziel an. Bereits die Überfahrt zur Insel war ein Abenteuer, da diese bei Ebbe mit einem Amphibienfahrzeug entlang der Austernbänke von Saint-Vaast-la-Hougue erfolgte. Auf der Insel angekommen konnten wir in Ruhe die dortigen Festungsanlagen und Gärten sowie das kleine Museum zur Inselgeschichte besichtigen. Nach der Rückfahrt, dieses Mal bei Flut per Schiff, folgten wir dem Tipp unserer Gastgeber und fuhren zu einem Aussichtspunkt, von dem wir einen wunderbaren weiten Blick auf die Umgebung und das Meer hatten. Am Donnerstagabend wurden wir zum französischen Abend eingeladen und verbrachten dort lustige Stunden mit unseren Gastgebern und anderen Freunden aus Bricquebec und Umgebung.

Am Freitag folgte, nach einer doch sehr kurzen Nacht, ein Besuch in Cherbourg. Zunächst wurden wir durch die bekannte Regenschirmfabrik geführt, wo wir nicht nur einige außergewöhnliche Regenschirme begutachten konnten, sondern auch in die Geheimnisse der Herstellung hochwertiger Regenschirme eingeweiht wurden. Am Nachmittag folgte dann die Besichtigung der Cité de la Mer, wobei der Gang durch ein U-Boot und die Ausstellung zu der Titanic besonders eindrucksvoll waren.

Nach einer viel zu kurzen Woche trafen wir uns schließlich am Samstagmorgen zur Rückfahrt nach Lachendorf. Wie jedes Mal fiel allen Teilnehmern der Abschied schwer, aber nicht wenige planen bereits den nächsten Besuch in Bricquebec oder erwarten bereits den Gegenbesuch der Gastgeber in Deutschland, so dass die Zeit bis zum Wiedersehen nicht zu lang sein wird.

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