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Landleute unterwegs in der Normandie

| Gemeinde

Eine erlebnisreiche Woche ist wie im Fluge vergangen

Eine Woche lang war eine Gruppe von Landwirten und „ländlichen Leuten“ aus der Samtgemeinde Lachendorf unterwegs in der Normandie und besuchten die Partnerstadt Bricquebec. Mit großer Freude und bei bestem Wetter wurden die 20 Teilnehmer auf dem Hof von Rémy Rose in Bricquebec empfangen und auf die Gastfamilien verteilt. Am nächsten Tag fand sogleich der „Deutsche Abend“ statt, zu dem die französischen Gastgeber und weitere Freunde eingeladen wurden. Das Essen für diesen Abend, ein typisch deutsches Gericht, wurde vor der Reise in Deutschland zubereitet und tiefgefroren mitgebracht. Dazu statt Wein deutsches Bier und auch auf den beliebten Käse mit Rotwein galt es an diesem Abend zu verzichten.

Auf die deutschen Teilnehmer wartete ein vielfältiges Programm, beginnend mit der Besichtigung einer wieder zum Leben erweckten alten Wassermühle. So manches Päckchen frisch gemahlenes Buchweizenmehl wanderte an diesem Nachmittag in die Einkaufstasche und wird zu Hause bei der Verarbeitung die Erinnerung an diesen idyllischen Ort wieder wach werden lassen.

Aufregend wurde die Bootsfahrt im Hafen von Cherbourg innerhalb der alten Befestigungsanlagen. Zunächst ruhig und gemütlich, ließen plötzlich hohe Wellen am Übergang zum offenen Meer das Boot und so manchen Adrenalinspiegel emporschnellen. Unfreiwillige Duschen waren im Preis inbegriffen!

Den Spuren des 2. Weltkrieges begegnet man an der Ostküste des Cotentin überall, weshalb der Besuch einer Gedenkstätte oder eines Museums regelmäßig dazugehören. Dieses Mal standen die Batterien von Azeville und Crisbecq auf dem Programm, ein Netz aus unterirdischen Gängen, Kasematten und  Verteidigungssystemen, Befestigungen der Deutschen im Atlantikwall. Diesen geschichtlichen Part rundete der Besuch des D-Day-Museums in Saint-Côme-du-Mont ab, Flugsimulation inclusive. Weitaus angenehmer waren die Besichtigungen des Gartens von Jacques Prévert in Saint-Germain-des-Vaux und später der zum Schloss Vauville gehörende botanische Garten. Bei der Führung im Schatten der Bäume und Pflanzen waren die sommerlichen Temperaturen gut zu ertragen.

Wie ein Melkroboter funktioniert, die Milchkühe ihn selbstständig aufsuchen und die Zitzenbecher ohne menschliche Hilfe maschinell angesetzt werden, konnte man auf einem Milchviehbetrieb in Yvetot Bocage erfahren. Der Betrieb umfasst 70 Milchkühe, das Melken, das Erfassen der Milchleistung, hygienische Maßnahmen, alles erfolgt vollautomatisch. Sogar die Kälber werden durch elektronische Automaten versorgt. Gleich nach der Geburt erhalten sie nicht nur die Ohrmarke, sondern auch einen Chip, der den genauen Bedarf an Kälbermilch an den jeweiligen Automaten übermittelt. Aus dem im Betrieb erzeugten Methangas wird Elektrizität gewonnen.

In der benachbarten Ciderie wurde die Produktion von Cidre und Calvados über einen Film näher gebracht. Anschließend gab es Kostproben und natürlich auch die Gelegenheit, sich mit diesen regional typischen Produkten einzudecken.

Der Besuch des Bauernhofmuseums in Saint-Mère-Eglise gab einen Einblick in der frühere Arbeits- und Lebensweise eines landwirtschaftlichen Betriebes, der hauptsächlich auf die Erstellung von Butter und Sahne ausgerichtet war.

Am letzten Tag der Reise stand ein Besuch der Burg in Pirou aus dem 12. Jahrhundert auf dem Programm. In einem der Nebengebäude der Burg befand sich eine Kopie des Teppichs von Bayeux (der zur Zeit wegen der Renovierung des Gebäudes in Bayeux nicht besichtigt werden kann). Der Teppich erzählt die Geschichte der normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066 durch Wilhelm den Eroberer, an dem auch ein Ritter von Pirou teilnahm.

Die Abende wurden jeweils in den Gastfamilien oder bei französischen Freunden verbracht. Bei leckerem französischen Essen, Wein und Käse fiel die Verständigung dann auch nicht schwer. Zu einem der Abende fanden dann alle, Gastgeber und Gäste sowie weitere Freunde der deutsch-französischen Partnerschaft zu einem gemeinsamen Essen zusammen. Neben der Begrüßung durch das Comité de Jumelage, vertreten von Rémy Rose, richtete sich auch der Bürgermeister von Bricquebec-en-Cotentin, Deniz Lefer, mit herzlichen Worten an die Anwesenden. Es war eine erlebnisreiche sehr schöne Woche mit vielen Eindrücken und Begegnungen. Zeit Danke dafür zu sagen und den Organisatoren Geschenke zu überreichen. Im Namen der Besuchergruppe übernahm das Dorothee Salig, die diesen Austausch auf deutscher Seite organisiert hatte. Im Gegenzug erhielten die Organisatoren der deutschen Seite prall gefüllte Taschen (Beutel) mit Spezialitäten der Normandie, die nach der Reise durch alle Teilnehmer bei einem geselligen Rückblick verzehrt werden sollen.

Der Besuch im Rahmen der Partnerschaft zwischen der Stadt Bricquebec-en-Cotentin und der Samtgemeinde Lachendorf wurde mit Mitteln aus dem Deutsch-Französischen Bürgerfonds gefördert.                                                                                                  

Der Fonds berät, vernetzt und finanziert Projekte, die die deutsch-französische Freundschaft und Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen. Er fördert eine Vielzahl an Formaten und Themen, ist niedrigschwellig und steht allen Akteuren der Zivilgesellschaft offen. Der Bürgerfonds geht auf den im Jahr 2019 zwischen Deutschland und Frankreich geschlossenen Vertrag von Aachen zurück und wurde im April 2020 errichtet. Er wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) umgesetzt und zu gleichen Teilen von der Bundesregierung und der französischen Regierung finanziert. 

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