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Generationswechsel im Energiemuseum Spechtshorn: Gemeinde sucht Nachfolger für Erdöl-Chronisten

| Gemeinde

Das Energiemuseum in Spechtshorn steht vor einer Zäsur. Nach mehr als zwei Jahrzehnten ehrenamtlicher Arbeit muss der Museumsleiter Erich Fischer die Führung der Kultureinrichtung aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Auch sein langjähriger Unterstützer Hans-Jürgen Deppe scheidet aus Altersgründen aus. Die Gemeinde Hohne bemüht sich nun intensiv um den Fortbestand des Hauses, das die Industriegeschichte der Region dokumentiert.

Von der Industriebrache zum Museum

Die Geschichte des Museums ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Samtgemeinde Lachendorf verknüpft. Ab 1951 förderte die Deutsche Erdöl AG (Dea) auf den Feldern rund um Hohne Rohöl. Es handelte sich zeitweise um das drittgrößte Erdölfeld Deutschlands. Als die Förderung Ende der 1990er-Jahre unrentabel wurde, stellte das Unternehmen den Betrieb ein und baute die Förderanlagen zurück.

Erich Fischer, der selbst 30 Jahre lang bei RWE-Dea auf dem Ölfeld beschäftigt war, begann 1998 mit dem Sichern und Sammeln von Bohrwerkzeugen und technischen Exponaten. Als Standort diente ab 2005 das ehemalige, historische Backsteingebäude des Feuerwehrgerätehauses im Ortskern von Spechtshorn. In den Folgejahren wurde die Anlage in Eigenleistung um einen Garagenanbau mit Öllabor erweitert. Zudem kam das ehemalige Kalthaus am Oesinger Weg als zweiter Museumsstandort hinzu.

Bilanz und kommunale Unterstützung

Das Museum, das neben der Erdölhistorie auch die Entwicklung von Wind- und Solarkraft in der Region abbildet, verzeichnete bislang durchschnittlich rund 750 Besucher pro Jahr, darunter zahlreiche Schulklassen. Fischer betont rückblickend die verlässliche Unterstützung durch die kommunale Politik: Die ehemaligen Bürgermeister Erhard Thölke und Jörg Warncke ermöglichten bauliche Erweiterungen wie den Heizungseinbau stets unbürokratisch.

Zukunftspläne und Modernisierung

Die Nachfolge gestaltet sich aufgrund der geforderten technischen Fachkompetenzen komplex. Hohnes Bürgermeister Jörn Künzle bekräftigte jedoch das Ziel, das Museum im Ort zu halten. Laut Verwaltung konnte bereits ein engerer Kreis potenzieller Nachfolger identifiziert werden; ein weiteres Abstimmungstreffen ist für den Spätsommer angesetzt.

Für die Zukunft plant die Gemeinde zudem eine inhaltliche Modernisierung des Energiemuseums. Das bestehende Spektrum soll künftig um aktuelle Themenfelder wie Wärmepumpentechnik und Geothermie ergänzt werden.

 


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