Feldrundfahrt des Landvolkverbandes in Helmerkamp
von Rainer Brammer
Die alljährliche Feldrundfahrt vom Landvolkverband fand in diesem Jahr in der Gemarkung Helmerkamp mit einem Abstecher nach Lachendorf statt. Alexander Thölke begrüßte die ca. 60 Mitglieder, Familienangehörige, Interessierte und von der Politik ganz herzlich. Nach den Hitzerekordtagen hatte es sich an diesem Abend angenehm abgekühlt.
Besichtung des Legehennen-Stalls der Familie Wietfeldt
Auf den vier Wagen ging es zum ersten Zwischenstopp zum Legehennen-Stall nach Lachendorf, wo die Gruppe von Kai Wietfeldt begrüßt wurde. Kai referierte zunächst über die Geschichte des elterlichen Betriebes. Demnach ist er nach einem Agrarstudium 2015 in den elterlichen Betrieb eingestiegen. Der Legehennen-Stall wurde 2018 erbaut und die erste Hennen-Generation zog 2019 in den Stall ein. Neben dem Ackerbau und der Viehzucht in Ahnsbeck investierte die Familie Wietfeldt mit dem Legehennen-Stall in ein drittes betriebliches Standbein in der Gemarkung Lachendorf. Der Stall ist nach Kriterien des deutschen Tierschutzbundes gebaut worden. Hier hat man bei der Planung auf eine Mischung aus einer klassischen und einer ökologischen Freilandhaltung gesetzt. Kurz gesagt: Man erfüllt an diesem Standort alle Kriterien einer Biohaltung, füttert aber mit konventionellem Futter. Besucht wird der Stall zusätzlich mindestens einmal jährlich durch den deutschen Tierschutzbund, der diverse Tierwohlindikatoren prüft. Das Besondere an diesem Stall ist, dass die maximale Auslauflänge nur 150 Meter beträgt und der Stall mittig auf dem Gelände steht. Der Vorteil liegt in der gleichmäßigen Abgrasung der Fläche. Die zusätzliche Pflanzung von Pappeln bietet den Hühnern Schutz vor den diversen Beutegreifern und rahmt den Stall optisch besser in die Landschaft ein. Baulich ist der Stall geviertelt, sodass jede 3000er Herde ihr eigenes Auslaufabteil hat. Jedes Tier hat vier Quadratmeter Auslauffläche und im Stall teilen sich 6 Legehennen einen Quadratmeter. Aktuell hat Kai den fünften Besatz an Hühnern im Stall. Die ersten drei Generationen waren braune Hühner und die letzten zwei Generationen weiße Hühner.
Die Stallbesichtigung
Täglicher Ablauf: Frühmorgens werden die werden die Eierbänder gereinigt, sodass die frisch gelegten Eier sauber verpackt werden können. In der Verarbeitung wird grob vorsortiert nach Bruch, Schmutz und verwertbaren Eier, die abgepackt auf Paletten landen. Am Nachmittag erfolgt noch ein Kontrollgang. Das Ausmisten erfolgt einmal die Woche mit anschließender direkter Abfuhr zur Biogasanlage in Helmerkamp.
Im Zuge des sehr ausführlichen Vortrages von Kai Wietfeldt ergaben sich auch Zwischenfragen der Gäste:
Demnach hat die Legeleistung der Hennen in den letzten Jahren zugenommen und auch die Haltungsdauer verlängert. Mit dem Aufzuchtbetrieb und dem Futterlieferanten ist man sehr zufrieden und hat keinen Bedarf zu wechseln. Nach dem „Auszug“ einer Hennen-Generation erfährt der Stall innerhalb von drei Wochen eine Grundreinigung und Desinfektion, bevor die neue Generation einzieht. Die Vermarktung erfolgt zu 5-10% in Direktvermarktung und der Rest geht direkt zweimal pro Woche per LKW zu den Abpackbetrieben in die Weiterverarbeitung. Die täglichen Hauptarbeiten bewältigen die drei Familienmitglieder. Bei Sonderaufgaben, wie z. B. Neubestallung kommen externe Arbeitskräfte zum Einsatz.
Nach dem Rundgang durch die Stallung bedankte sich Alexander Thölke bei Kai Wietfeldt für die umfangreichen Informationen und die Gäste mit einem starken Applaus. Die Rundfahrtgäste machte sich wieder auf den Weg in Gemarkung Helmerkamp.
Peter Trumann referiert über den Zustand der Früchte in der Feldmark
Bei einem Zwischenstopp referierte Peter Trumann über den Stand der Vegetation. Im Mai und Anfang Juni hatte die Vegetation noch unter kühlen Wetter zu leiden. Der Mais wuchs sehr langsam und nahm teilweise eine gelbe Färbung an. Insgesamt kann man aber bis heute für sämtliche Feldfrüchte sehr zufrieden sein in Anbetracht der regelmäßigen Niederschläge, die auch Beregnungskosten eingespart haben. Die Wintergerste ist bereits mit zufrieden stellendem Ertrag eingeholt, sortenbedingt auch mit unterdurchschnittlichen Qualitäten. Ansonsten sehen die Bestände insgesamt sehr gut aus. Z. B. Zuckerrüben haben sich gut entwickelt. Die Kraut- und Knollenfäule ist bei den Kartoffeln trotz starker Niederschläge noch nicht zu beobachten. Peter Trumann erhofft sich für die kommenden Wochen weiterhin gutes Wetter für die Vegetation.
Abschlußgrillen bei Alexander Thölke
Die Rundfahrt endete auf dem Hof von Alexander Thölke in Helmerkamp. Hier sprach Heiner Trumann den Organisatoren ein Dank für Vorbereitung und Durchführung aus. Bei Bratwurst, Steak und Salaten konnte weiter gefachsimpelt werden.
Dank an die Organisatoren auch vom Reporter, der wieder viele interessante landwirtschaftliche Aspekte niederschreiben durfte.