Volkstrauertag 2025
In Hohne, Helmerkamp und Spechtshorn kamen die Bürger am Volkstrauertag an den Ehrenmälern zusammen und erinnerten an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen
Ehrenmal des 1. Weltkrieges an der Himmelfahrtskirche
Nach dem Gottesdienst legten Frau Pastorin Prüßing-Neumann und die Kirchenvorsteherin Folmine Dralle und der Kirchenvorsteher Christoph Bühring für die Kirchengemeinde Hohne am Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges ein Gedenkgesteck nieder.
Frau Pastorin Prüßing-Neumann erinnert, dass jeder Name es verdient hat, seiner zu Gedenken. Und wir haben uns weiterhin zu bemühen, dass niemals wieder ähnliches geschehen möge. Stets sollten wir uns ermutigen lassen, dass wir uns niemals mit einer scheinbaren Übermacht von Hass und Gewalt abfinden werden. Unsere Toten wären sonst umsonst gestorben. Es schließt sich ein Moment der Stille an und es folgt ein Abschlussgebet.
Die Anwesenden machten sich anschließend auf den Weg zum Hohner Ehrenmal für die Gefallenen und Opfer des 2. Weltkrieges.
Feierstunde am Ehrenmal für die Gefallenen und Opfer des 2. Weltkriegs
Jörn Künzle begrüßt die Anwesenden recht herzlich zu der Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag und bedankt sich, dass wieder viele der Einladung gefolgt sind! Er eröffnet die Feierstunde!
Totengedenken
Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren, etwa wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität, oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten, Polizisten und anderen Einsatzkräfte, die im Einsatz für unser Land ihr Leben verloren.
Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt Opfer geworden sind. Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land.
Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.
Kranzniederlegungen
Die Abordnungen der Hohner Feuerwehr und der Hohne Schützengilde legen jeweils einen Kranz nieder. Der Posaunenchor begleitet die Ehrerweisung mit der Melodie des Liedes „Der gute Kamerad!“
Ansprache von Bürgermeister Jörn Künzle
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Gäste!
Herzlich begrüße ich SIE und Euch zu unserer Veranstaltung am Volkstrauertag und bedanke mich, dass wieder Viele unsererEinladung gefolgt sind! Hiermit eröffne ich nun unsere Gedenkfeier!
Am heutigen Volkstrauertag versammeln wir uns wieder, um derer zu gedenken, die in Kriegen und bewaffneten Konflikten ihr Leben verloren haben. Es ist ein Tag des Gedenkens, ein Tag des Innehaltens. Gleichzeitig sollten wir uns die Gründe, die Ursachen und insbesondere die tragischen Konsequenzen von Kriegen, vor Augen zu führen.
Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, das in der Gewaltgeschichte dieser Welt wohl größte Unglück für die Menschheit. Rund 3,5 Prozent aller damals lebenden Menschen auf diesem Globus kamen um. Es bietet sich heutzutage vielleicht die letzte Gelegenheit, gemeinsam mit jenen zu gedenken, die den Mai 1945 noch selbst erlebt haben. Nach dem verbrecherischen Angriffs- und Vernichtungskrieg Deutschlands lagen 1945 weite Teile Europas in Trümmern. Aus Büchern und Berichten, aber auch aus persönlichen Gesprächen, wissen wir von Verlust und Angst, aber auch von zaghafter Hoffnung, über denen damals meist die Unsicherheit über die Zukunft schwebte. Seit einigen Jahren erleben wir nun jedoch wieder eine Zeit vermehrter Unsicherheit. Die Aggression verschiedenster Regierungen stellen uns vor nie da gewesene Herausforderungen, die Nachrichten aus dem Nahen Osten sind weiterhin bedrückend und auch im Verhältnis zu den USA – unserem Verbündeten, der Deutschland nach 1945 so sehr unterstützt hat – erleben wir Spannungen, die wir uns vor einiger Zeit noch nicht hätten vorstellen können. Diese Unsicherheiten pflanzen sich fort in unserer Gesellschaft. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme erzeugen Frustration und verleiten dazu, nicht nach Lösungen und Kompromissen zu suchen, sondern anderen die Schuld dafür zu geben. Wir beobachten dabei nicht nur die Konflikte außerhalb unseres Landes, nein, auch im Inneren streitet man sich heftiger als früher. Doch wenn sich jeder nur auf sich und seine Interessengruppe beschränkt, dann gewinnen die Feinde der Demokratie.
Liebe Gemeinde: Wir alle brauchen einander und wir brauchen ein Miteinander. Freiheit gelingt nur, wenn sie nicht rücksichtslos ist, sondern im Bewusstsein unserer Verantwortung füreinander gelebt wird. Etwas Gutes tun, ohne gleich dafür einen Lohn zu erwarten: Das ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Viele Menschen haben diesen Gemeinsinn glücklicherweise noch nicht vergessen. Sie engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen und in Bürgerinitiativen, oder sie dienen in Uniform für das Gemeinwohl, sie helfen karitativ und sind Förderer sozialer, humanitärer oder kultureller Aufgaben und übernehmen Verantwortung. Diese Verantwortung ist nicht Bürde oder Last, sondern sie ist Angebot und Aufforderung zugleich, die eigene Freiheit und die unseres Landes zu gestalten und zu erhalten. Kriegsgräber und Denkmale sind daher keine toten Monumente, sondern lebendige Orte des Erinnerns.
Hier und heute lernen wir: Freiheit fußt auf Verantwortung und dauerhaften Frieden gibt es nur in Freiheit. Das ist die Lektion aus dem 8. Mai 1945, auch 80 Jahre danach.
Der Posaunenchor spielt die Nationalhymne und Frau Müller-Wendt spricht ein Gebet.
Zum Abschluss bedankt sich Bürgermeister Jörn Künzle bei allen Vereinen und Verbänden für die Mitgestaltung an dieser Feierstunde. Ferner bedankt er sich bei den Hohner Freizeitpflegern, die unter der Leitung von Eckhard Szeppek das Ehrendenkmal für diese Veranstaltung gereinigt haben.