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12.09.16

Herbstmarkt bleibt Besuchermagnet - Tausende Gäste in Helmerkamp erleben Hobby-Künstler, altes Handwerk und viel Musik

Kunstfiguren und Kunsthandwerk: Beim Herbstmarkt in Helmerkamp wurde den Besuchern viel Abwechslung geboten.

Vor 30 Jahren fing alles an. Vielleicht zehn, zwölf Stände hatte der Herbstmarkt in Helmerkamp in den ersten Jahren, erinnert sich Martina Jensen. Sie ist Mitglied im Spinnkreis Altes Forsthaus, der seit nunmehr drei Jahrzehnten Teil des Marktes ist – anfangs sogar als Veranstalter.

Mit der Organisation haben die Frauen des Spinnkreises nichts mehr zu tun. Doch Jahr für Jahr packen sie ihre alten Spinnräder aus und zeigen dem Publikum, wie früher aus Wolle Garn und aus Garn Kleidungsstücke wurden. Vor allem Kinder interessieren sich für das alte Handwerk. Wann haben sie schon die Möglichkeit zu erfühlen, wie sich echte, frisch geschorene Wolle anfühlt?

Rund 150 Aussteller boten am Wochenende beim 30. Herbstmarkt ihre Waren an. Schieferkunst und Gartenaccessoires, Körbe und Pfeifen, Filzwaren und „Ideen aus Holz“, wie an einem Stand Vogelhäuschen, Weinständer und Co. genannt wurden. Ein echter Hingucker waren die Garten- und Terrassenöfen von Diego Drescher. Der Nienburger fertigt aus Gasflaschenrohlingen kunstvoll verzierte Öfen, die mit Holz befeuert werden. Jedes Stück ist ein Unikat, Kunden können sich wünschen, wie ihre Feuertonne aussehen soll. Der Künstler verwendet Plasmatechnik, „so ähnlich wie Lasern“, um die Rohlinge zu bearbeiten. „Leuchttürme, Löwen und Afrika sind besonders beliebte Motive“, berichtet Drescher. Und anspruchsvolle Kunst hat ihren Preis. Eine Feuertonne gibt es ab 295 Euro. Wer es etwas günstiger mag, für den sind vielleicht Gartenfackeln die richtigen Exponate, um den eigenen Garten aufzumöbeln.

Wie breit das Spektrum beim Herbstmarkt war, zeigte Bürstenbinderin Olga Seidel aus Sehnde. Ob Rasierpinsel, Staubwedel oder Computerbürste, bei ihr gab es zahlreiche Bürsten, fast alle selbstgemacht. Seidel zeigte vor Ort,
wie die Bürsten hergestellt werden. „Sehr zufrieden“ sei sie mit der Resonanz, „die Leute haben großes Interesse“.

Das sah Organisator Sven Knoop genauso. „Wir sind zufrieden“, sagte er am Sonntagmittag, als das weitläufige Gelände immer voller wurde. Mehrere tausend Besucher kamen an beiden Tagen nach Helmerkamp, um Jagdhornbläser und Volkstanzgruppen zu bestaunen, den „Ahnsbecker Treckerfreunden“ zuzugucken oder sich von einer Hütevorführung mit Schafen und Border-Collis unterhalten zu lassen. Und selbstverständlich war auch ein von Traktoren gezogener „Fliegender Teppich“ wieder am Start – für Kinder einer der Höhepunkte beim Herbstmarkt.

Und wie hat es den Besuchern gefallen? „Das ist schön aufgezogen. Mir gefällt das Kunsthandwerk, zum Beispiel die Öfen“, sagte eine Besucherin aus der Samtgemeinde Meinersen. Brigitte Volkmer aus Sprakensehl hatte gerade ein Frühstücksbrett erstanden, auf dem sie den Namen ihres Enkelkindes einbrennen ließ. „Der Markt ist sehr schön. Obwohl so viele Leute da sind, gibt es kaum Gedränge“, sagte sie. „Mir gefällt die Atmosphäre“, befand ihre Begleiterin Rita Gösche aus Wolfsburg. „Hier kann man die Seele baumeln lassen.“

Quelle: Cellesche Zeitung vom 12.09.2016 - Simon Ziegler