„Es ist schade um die Sache“

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Ortsfeuerwehr Hohne darf über Spenden angeschaffte Drohne nicht nutzen

Die Entscheidung war zu erwarten. Dennoch hat Hohnes Ortsbrandmeister Kai von Steuber den Beschluss enttäuscht zur Kenntnis genommen: Der Lachendorfer Samtgemeindeausschuss hat mehrheitlich gegen die Übernahme einer Drohne durch die Samtgemeinde-Feuerwehr gestimmt, die der Förderverein der Ortsfeuerwehr Hohne aus Spendenmitteln beschafft hat. „Es ist schade um die Sache“, sagt von Steuber auf Anfrage der CZ. Der Beschluss der Politik hat zur Folge, dass die Drohne nicht zu Feuerwehrzwecken, also im Extremfall zur Rettung von Menschenleben, eingesetzt werden darf. Schon eher möglich sind Übungsflüge, aber selbst das ist von Steuber zufolge noch nicht sicher. Im Klartext: Wenn die Drohne in Hohne eintrifft, wird sie vorerst nur herumstehen.

Der Ausgang der Abstimmung im Samtgemeindeausschuss, der immer nicht öffentlich tagt, kommt nicht überraschend. Zuvor hatte bereits der Feuerschutzausschuss die Empfehlung ausgesprochen, die Drohne nicht zu übernehmen. Die Politik ist damit nicht dem Votum des Gemeindekommandos der Feuerwehr gefolgt, der noch mehrheitlich für die Übernahme war.

„Der Einsatzzweck ist nicht ausreichend vermittelt worden“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke. Fakt ist: Eine Drohne gehört bislang nicht zur festen Ausstattung einer Feuerwehr, eine Anschaffung erfolgt deshalb meist aus Spenden – wie vor drei Jahren bereits in Bröckel. So ist es nun auch in Hohne passiert.

Der Ortsbrandmeister kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. „Die Drohne kostet die Samtgemeinde nichts“, betont von Steuber erneut. Die Versicherung und laufenden Kosten würden vom Förderverein getragen. Sollte die Drohne irgendwann defekt und nicht mehr einsatzbereit sein, würde sich der Förderverein um eine Neubeschaffung kümmern – wieder aus Spendenmitteln. Warncke sieht das anders: Eine Ersatzdrohne müsste aus der Kasse der Samtgemeinde finanziert werden. „Geld, das dann woanders fehlt“, so der Verwaltungschef. Zur Erinnerung: Die Übernahme durch die Samtgemeindefeuerwehr, die aus Versicherungsgründen notwendig wäre, sollte nur unter der Voraussetzung passieren, dass der Samtgemeinde keine Folgekosten entstehen. Derartige Gedankenspiele aber sind nun durch den Beschluss obsolet geworden – die Notwendigkeit einer Drohne wird mehrheitlich nicht gesehen. Das sei auch die Meinung von Fachleuten, sagt Warncke.

Lachendorfs Gemeindebrandmeister Michael Haming sagt auf Anfrage, eine Drohne zu bedienen, sei nicht die primäre Aufgabe der Feuerwehr, meint aber, wenn sie erst einmal da sei, werde sie auch benutzt. „Es ist einfach dumm gelaufen.“

Weitere Drohnen-Spende: Wie Pressewart Jens Gadomski mitteilt, hat die Feuerwehr Lohheide ebenfalls eine Drohne aus Spendenmitteln erhalten. Nach dem Gemeindefreien Bezirk, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und dem Bundesfinanzministerium habe auch die Einwohnervertretung der privaten Spende zugestimmt. Gemeindebrandmeister Jens Witthöft habe die Drohne vorgestellt und die vielen Einsatzmöglichkeiten erläutert.

(Bericht Cellesche Zeitung vom 22.07.2021 - Carsten Richter)

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