Asbest-Wege: Entsorgungskosten wohl deutlich geringer

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Gutachter stellt "nur minimale Verunreinigungen" fest / Planungen für Gewerbepark laufen erstmal weiter.

Gemeindedirektor Jörg Warncke hatte für die Ratsmitglieder in Hohne gute Nachrichten im Gepäck. „Wir können uns entspannen“, sagte der Verwaltungschef am Donnerstagabend. Im Fall des asbesthaltigen Materials, das auf Wirtschaftswegen in der Gemeinde gefunden wurde, wurde ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben. Ergebnis: „Die Verunreinigungen sind nur minimal. Das Material muss zudem nicht zwingend aus der Biogasanlage stammen“, sagte Warncke in der Ratssitzung. Es genüge, wenn das Material händisch entsorgt werde. Der Aufwand für die Beseitigung dürfte also deutlich geringer ausfallen als zunächst angenommen, die finanziellen Folgen für die Gemeinde werden entsprechend weniger gravierend sein.

„Es ist uns eine Last von den Schultern genommen worden“, zeigte sich auch Hohnes Bürgermeisterin Christa Harms erleichtert. Zur Erinnerung: Ein erstes Gutachten war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Gemeinde als Eigentümerin der Wege Verursacherin sei für die Asbestbelastung. Laut einer Stellungnahme zweier Juristen aus Berlin könnten für die Beseitigung des Bauschutts Kosten von rund 370.000 Euro auf Hohne zusammen, hieß es – diese Sorge ist die Gemeinde nun los. Nach der Bekanntgabe Warnckes hat die Wählergemeinschaft Hohne (WGH) ihren Antrag, die Gemeinde solle einen Eigenschaden bei der Versicherung anmelden, zurückgezogen.

Hintergrund des jüngsten Gutachtens: Der Zweckverband Abfallwirtschaft Celle (ZAC) in seiner Funktion als Untere Abfallbehörde habe sich absichern wollen. „Wir wollten sichergehen, dass wir mit den Maßnahmen, die wir fordern, nicht danebenliegen“, erläutert Geschäftsführer Tobias Woeste gegenüber der CZ. „Dieser Schritt war genau richtig, da das Gutachten neue Erkenntnisse ergeben hat.“ Das Asbest sei vermutlich schon auf den Wegen vorhanden gewesen, so Woeste.

2019 hatte der Besitzer einer Biogasanlage den Bauschutt der Gemeinde kostenlos zur Sanierung der Wege angeboten. Die Gemeinde nahm das Material an, erst später wurde festgestellt, dass es belastet ist.

Informationsveranstaltung am 14. Juli: Unterdessen wird die Professor-Burmeier-Ingenieurgesellschaft (BIG), die das Gutachten erstellt hat, am Mittwoch, 14. Juli, um 18 Uhr in der Turnhalle in Hohne zusammen mit dem ZAC bei einer öffentlichen Veranstaltung (voraussichtlich werden 50 Zuschauer zugelassen) über die Untersuchungsergebnisse informieren.

Gewerbepark: Vorerst keine Änderung gibt es derweil beim Dea-Gewerbepark. Die Planungen laufen zunächst weiter, bis definitiv feststeht, ob die Gemeinde eine Förderung von der N-Bank bekommt. Ein erneuter SPD-Antrag, die Planungen zu stoppen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Im September werde das Land seine Entscheidung zur Höhe einer möglichen Förderung bekannt geben, sagte Warncke. Nach einer Sitzungsunterbrechung einigte sich der Rat gegen die Stimmen der SPD darauf, die Planungen für ein Mischgebiet aufzunehmen für den Fall, dass kein Geld fließen werde. Mit allen Interessenten solle zunächst noch einmal gesprochen werden. „Wir brauchen eine klare Lage, wer kommen will“, so Harms. Da es bislang kaum Reservierungen gebe, fürchten die Sozialdemokraten, dass ein Gewerbegebiet Hohne in ein „finanzielles Debakel“ führen werde. (car)

(Bericht Cellesche Zeitung vom 3.07.2021 - Carsten Richter)

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