Erntedankfest 2020

|   Gemeinde

Ein besonderes Fest der Kirchengemeinde zusammen mit den LandFrauen

Das diesjährige Erntedankfest der Kirchengemeinde Hohne wurde wieder zusammen mit dem LandFrauenverein Hohne ausgerichtet. Dennoch war nichts so, wie es die Gemeindeglieder und Besucher in den letzten Jahren gewohnt waren. Das alles war den Umständen der Corona-Pandemie geschuldet.

Da die Örtlichkeit rund um die Himmelfahrtskirche zu Hohne wegen des Regenrisikos zu unsicher schien, stellte Familie Salig aus Spechtshorn kurzerhand ihre Scheune auf dem Hof zur Verfügung. Das wurde dankend angenommen! Doch dafür war einiges an Vorarbeit zu leisten: Die Scheune, die normalerweise landwirtschaftlichen Zwecken dient, musste erstmal ausgeräumt werden, dann wurde geputzt und gefegt. Diese Arbeiten übernahmen ein paar Tage zuvor zum großen Teil die „Männer des Hofes“, sie waren kaum zu bremsen! Die angerückten LandFrauen fanden zum vereinbarten Termin also fast fertige Reinigungsarbeiten vor, so dass sie nur noch ausfegen brauchten.

Die Dekoration der Kirche zum Erntedankfest wird von den zugehörigen Dörfern des Kirchspiels immer rotierend durch die LandFrauen der jeweiligen Orte vorgenommen. In diesem Jahr waren die Frauen aus Helmerkamp an der Reihe. Am Sonnabend kamen sie mit zahlreichen Gaben wie Früchten, Blumen, Ernteprodukten des Feldes und weiteren Dekorationen nach Spechtshorn, um die Scheune und die nähere Umgebung auf dem Hof würdig für das Erntedankfest zu schmücken.

Der Kirchenvorstand rund um Pastor Jan-D. Weihmann sorgte neben der Vorbereitung der Formulare zur Kontaktdatenerhebung der Gottesdienstbesucher, für den Altar, die Reinigung und ordnungsgemäße Aufstellung der Bestuhlung und für die Technik.

Am Sonntagmorgen füllte sich der Ortskern von Spechtshorn mit Autos, auf den Sitzgelegenheiten in der Scheune und auf dem Hof fanden sich zur Freude aller Beteiligten nach und nach viele Gottesdienstbesucher ein, mit entsprechendem Abstand zueinander. Das Wetter spielte auch gut mit, so dass die Besucher sowohl draußen auf dem Hof als auch in der Scheune Platz nehmen konnten.

Pünktlich um 10.00 Uhr erschallte aus den Lautsprechern das Original-Geläut der Hohner Kirchenglocken, MP3-Player machen dies möglich. Der Gottesdienst konnte starten!

Nach der Eingangsmusik durch den Posaunenchor Hohne unter der Leitung von Andrea Schmidt und dem Votum durch Pastor Weihmann merkte dieser an, dass er das Gefühl habe, die Menschen der Gemeinde würden anscheinend nach Gottesdienst schmachten - wobei das kaum mehr bekannte Wort „schmachten“ hier die Bedeutung von „sich sehnen“ hat.

Danach begrüßte Dorothee Salig als 1. Präsidentin des LandFrauenvereins Hohne und gleichzeitig als Gastgeberin die Gemeinde. Sie erzählte von der Geschichte der Scheune: So einiges hatte sich in der langen Historie des Gebäudes hier abgespielt, doch für einen Gottesdienst war heute Premiere!

Sie wies in ihrer Ansprache auf die Arbeit der Landwirte hin, die in der heutigen Zeit an Bedeutung und Wertschätzung durch die Gesellschaft verloren habe. Alles scheine zu jeder Zeit verfügbar zu sein. Das begünstige die Mentalität der „Wegwerfgesellschaft“. Lebensmittel würden ohne weiteres Nachdenken nur unter Berücksichtigung des Mindesthaltbarkeitsdatums weggeworfen. Hier müsse ein Umdenken stattfinden. In diesem Zusammenhang machte sie auf die aktuelle Unterschriftenaktion zum Thema „Einführung des Unterrichtsfaches Alltagsökonomie in den Schulen“ aufmerksam, das sich unter anderem mit Ernährung und Verbraucherbildung befasst. Diese Liste soll dann als Petition im Landtag eingebracht werden, wenn die nötige Anzahl an Unterschriften erreicht ist.

Die weitere Liturgie wurde im Wechsel von Pastor Weihmann, einigen LandFrauen, dem Posaunenchor und der gesamten Gemeinde fortgeführt. Drei LandFrauen verlasen zunächst das Tagesgebet, danach lasen sie aus dem Alten Testament und aus dem Evangelium.

Nach der Predigt durch den Pastor gab es noch einen besonderen Punkt in der Liturgie: Rosemarie Schwarzrock wurde aus ihrem Ehrenamt als Prädikantin mit lobenden Worten und der Segnung durch Pastor Weihmann verabschiedet.

Nach dem Vaterunser und dem Segen für alle entließ der Pastor die Gemeinde unter den wunderbaren Klängen des Posaunenchores. Auch den Musikern merkte man an, dass sie sich in dieser ungewöhnlichen Zeit nach Auftritten sehnen.

Pastor Weihmann bat alle Gottesdienstbesucher, von den ausgestellten Erntegaben gegen eine Spende ordentlich Gebrauch zu machen. Die LandFrauen aus Helmerkamp, nun im Marktfrauen-Dress, sorgten für entsprechende Ordnung bei der Auswahl und Abgabe der Früchte.

Leider konnte aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation nicht die beliebte und gewohnte „Erntedanksuppe“ durch die LandFrauen gekocht und ausgegeben werden, auch auf Kaffee und Kuchen des Kirchenvorstandes musste aus dem gleichen Grund verzichtet werden. Doch LandFrauen sind ja bekanntlich kreativ, die des LandFrauenvereins Hohne sind es in besonderem Maße. So gab es eine „Erntedanksuppe to go“: Die LandFrauen hatten einige Rezepte erstellt und zum Mitnehmen ausgelegt, so dass die Gottesdienstbesucher in diesem Jahr die Möglichkeit hatten, aus den Erntegaben zuhause eine andere Form der Suppe zu kochen.

Alle gespendeten Beträge für die Erntegaben gingen an die eigene Kirchengemeinde. Die Dankopfer waren bestimmt für die Weltmission „Was ihr den Nächsten tut, das tut ihr mir“. In der Hoffnung auf ein traditionelles Erntedankfest 2021 mit der gewohnten Erntedanksuppe ging die Gemeinde auseinander.

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