Alles in trockenen Tüchern?

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Waldbad Hohne-Spechtshorn: Bauausschuss gibt grünes Licht für Sanierung mit Förderhilfe

Wenn es um viel Geld geht, herrscht selten große Einigkeit. Auch im Umwelt- und Bauausschuss der Samtgemeinde Lachendorf ging es am Donnerstag um hohe Investitionen – am Schluss aber fassten die Politiker einstimmig Beschluss. Alle Mandatsträger sprachen sich dafür aus, die Verwaltung solle aus der Dorferneuerung Fördermittel für die energetische und technische Sanierung des Waldbades Hohne-Spechtshorn beantragen. Die Gesamtkosten werden sich voraussichtlich auf rund 1,8 Millionen Euro belaufen – keine Kleinigkeit also. Doch wenn alles glattgeht und die Förderbescheide erteilt werden, wird die Gemeinde Hohne eine attraktive Freizeiteinrichtung auf dem neuesten Stand bekommen.

„Dann haben wir für Jahrzehnte ein modernes Bad“, sagte Erhard Thölke, Vorsitzender des Fördervereins, vor der Beschlussfassung in der Ausschusssitzung. Im Herbst 2021 würden die Arbeiten beginnen, die Saison 2022 fände wie gewohnt statt, bis zum Sommer 2023 würde dann die Fertigstellung erfolgen.

In der Vergangenheit musste das Bad selbst bei schönem Wetter geschlossen werden, weil Reparaturen vorgenommen werden mussten. „Die Reparaturkosten wachsen uns über den Kopf. Sie aufzubringen, kann nicht Aufgabe des Fördervereins sein“, so Thölke.

Eine Arbeitsgruppe hatte zuvor mit dem Diplom-Ingenieur Ralf Deye von der auf Bäderbau spezialisierten Firma Deye Consulting ein Konzept erarbeitet, wie das seit 66 Jahren bestehende Waldbad modernisiert werden soll. Der Arbeitsgruppe gehören der Diplom-Ingenieur Carsten Schneeberger sowie Eckhard Szeppek als langjähriges Mitglied im Förderverein an.

Deye präsentierte die gemeinsam erarbeiteten Pläne. So muss am Schwimmerbecken nichts gemacht werden – es wurde im Zuge der letzten Sanierung vor zehn Jahren angegangen. „Auch die Wasserumwälzung ist auf dem Stand der Technik“, sagte Deye. Dringender Handlungsbedarf hingegen beim Nichtschwimmerbecken: „Die Fliesen bekommen immer mehr Risse, innerhalb eines Jahres haben sie sich verdreifacht“, so der Experte.

Am Planschbecken nagt ebenfalls der Zahn der Zeit. „Die Fliesen weisen viele Frostschäden auf. Die Pumpen sind schon mindestens 30 Jahre alt und reparaturanfällig“, sagte Deye. Mit neuen Pumpen ließen sich dagegen hohe Kosten einsparen. Durch unterschiedliche Wassertiefen soll das Planschbecken außerdem noch attraktiver werden.

Für Besucher nicht sichtbar, aber nicht weniger wichtig sind die sogenannten AOX-Werte im Wasser, die auf Fremdkörper im Wasser hindeuten. Sie hätten in der Vergangenheit immer über dem Grenzwert gelegen. „Tendenz steigend“, betonte Thölke – durch die Sanierung soll auch die Wasserqualität verbessert werden.

Der Ausschuss hat sich dafür ausgesprochen, das Waldbad in zwei Bauabschnitten zu sanieren. Dann liegen die Kosten zwar etwas höher als bei einem Bauabschnitt, aber auch die Fördersumme wäre mit maximal 500.000 Euro pro Jahr höher. Der Eigenanteil der Samtgemeinde läge dann bei 800.000 Euro.

„Wir stehen vor zwei Entscheidungen: entweder das Bad schließen oder Geld in die Hand nehmen“, sagte Hartmut Ostermann (CDU) und verwies auf den hohen Stellenwert der Einrichtung. „Die Chance muss man packen“, so Jörn Kolossa (UL). Der endgültige Beschluss des Samtgemeinderates dürfte jetzt nur noch eine Formsache sein.

Bericht Cellesche Zeitung vom 20.06.2020 von Carsten Richter

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